Mit einer kleinen Fischersiedlung begann um 1050 die Geschichte von Rothenfels am Main. Es wurde 1342 erstmals als Stadt in einer Urkunde des Fürstbischofs von Wolfskehl erwähnt. Das heutige Stadtgebiet gehörte damals zum Landbesitz des Klosters Neustadt. Im Schutz dieser Burg entstand um 1148 am Ufer des Mains der Ort Rothenfels und das Hofgut Bergrothenfels. In der Folgenden Zeit blühte das Städtchen auf: Handwerk und Gewerbe siedelten sich an.
Viele Neubürger nach dem Zweiten Weltkrieg
Ihr heutiges Gesicht hat die Stadt in erster Linie den prächtigen Fachwerk- und Bürgerhäusern an der Hauptstraße zu verdanken. Viele davon wurden gegen Ende des 16. Jahrhunderts errichtet. Kurz vor der Wende zum 17. Jahrhundert entstanden das Rathaus, die neuen Stadttore und das Spital sowie das heutige Alten- und Pflegeheim. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn fungierte als Bauherr. Die Pläne für das Rothenfelser Rathaus stammen vom Lohrer Meister Michael Imkeller. 1803 fielen Burg und Amt Rothenfels an das Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. 1813 wurde Rothenfels bayerisch, wobei die Burg im Fürstenhaus verblieb. Die Bevölkerungsstruktur der noch getrennt verwalteten Orte Rothenfels und Bergrothenfels änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg einschneidend: Viele Fremde kamen im Krieg als Flüchtlinge oder Umsiedler in die Burg und blieben später als Neubürger.
Bergrothenfels wieder Stadtteil
1971 beschließt Bergrothenfels durch Gemeinderatsbeschluss und Volksabstimmung die Eingliederung nach Rothenfels. Zur Stadt Rothenfels gehört von 1972 an auch wieder der Ortsteil Bergrothenfels, nachdem sich 1822 der Gemeindeverband Rothenfels, Bergrothenfels und Windheim aufgelöste hatte und Bergrothenfels selbständig wurde. Diese Teilung war für die beteiligten Ortschaften eine komplexe Angelegenheit. Das gemeinschaftliche Vermögen musste aufgeteilt, die rechtlichen Verhältnisse zueinander genauestens geklärt werden. Die kommunale Selbstständigkeit hatten sich die Bergrothenfelser von ganzem Herzen gewünscht, denn sie war einmalig in der Geschichte des Ortes. 150 Jahre lang blieb die Unabhängigkeit bestehen, ehe die Zeichen der Zeit die Wieder-Eingliederung im Rahmen der kommunalen Gebietsreform unumgänglich machte.
Endlich Ruhe durch die neue Straße
1993 geht für die kleinste Stadt Bayerns ein Jahrhundertbauwerk in die konkrete Planungsphase: Die Ortsumgehung mit integrierter Hochwasserfreilegung auf dem ehemaligen Bahndamm. Über 20 Jahre lang wurde darum gekämpft - und im November 1999 dann eingeweiht. Seitdem donner in der Rothenfelser Altstadt deutlich weniger Lastwagen und Autos über das Kopfsteinplaster der Hauptstaße.