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Spitalansichten

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Zwischen Wohltätigkeit und Wirtschaftlichkeit

Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn errichtete die Juliusspitalstiftung Rothenfels durch Urkunde vom 25. April 1601. Eine exakte Pfründneranzahl legte er allerdings nicht fest. Sie sollte sich vielmehr nach den Einkünften des Spitals richten. Das Spital entwickelte sich in der Folgezeit zur "Bank des kleinen Mannes". Zahlreiche Bewohner der umliegenden Amtsdörfer entliehen vom Spital Geld, dessen Zinserträge die Versorgung der Pfründner sicherstellten. 1602 waren sechs Pfründner aufgenommen worden. Die Zahlen des 17. Jahrhunderts pendelten zwischen fünf und 20, zehn Personen bildeten den Durchschnitt. Von 1680 bis 1800 waren es zwischen 15 und 21 Personen jährlich, das 19. Jahrhundert ließ die Pfründnerzahl sogar bis auf 30 steigen. Heute verfügt die Stiftung über ... Heimplätze und...  Pflegeplätze.

Das Rothenfelser Julius-Spital © Rothenfels
 

Einfaches Bauwerk
Das Spitalgebäude wurde in den Jahren 1597 bis 1599 errichtet. Entstanden war ein einflügeliges Bauwerk mit drei Geschossen, einfach in seinem Äußeren. Nur die drei gewellten Giebel und die gekehlten Gewände der Fenster vermitteln dem Bau ein schmückendes Element. Über den Baumeister gibt es keine urkundlichen Nachrichten.  Für nahezu zwei Jahrhunderte stand an der Spitze des Spitals ein fürstbischöflicher Beamter, meistens waren die jeweiligen Amtskeller zugleich Spitalverwalter. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Spitalverwaltung durch die Gemeindeverwaltung (Gemeindeausschuss) vorgenommen, welcher der Pfarrer als Vorstand vorgesetzt war. Das blieb im wesentlichen bis nach dem zweiten Weltkrieg so.

Das Rothenfelser Julius-Spital © Rothenfels
 

Altenheim zieht um
Dieser Satzung zufolge besteht der Stiftungszweck im Betrieb und in der Unterhaltung eines Altenheimes. Aufgenommen werden alte, bedürftige oder minderbemittelte katholische Personen aus der Stadt Rothenfels und deren näherer Umgebung. Soweit noch Plätze vorhanden sind, können auch Personen aus der weiteren Umgebung von Rothenfels und nichtkatholischen Bekenntnisses aufgenommen werden.
Der Stiftungsausschuss entschied sich allerdings 2006, in Hafenlohr ein neues, moderneres Seniorenheim zu errichten. Was aus dem alten Gebäude in Rothenfels werden soll, steht noch nicht fest.

 Das Rothenfelser Julius-Spital © Rothenfels